Um 900 n. Chr. liess der burgundische König Rudolf II. den Königshof von Bümpliz (an Stelle des heutigen Alten Schlosses) bauen. Seine sagenumwobene Witwe, Königin Bertha, besuchte vermutlich verschiedene Male mit ihrer Hofstatt dieses Verwaltungsgut, das von einem Wassergraben und einer hölzernen Wehranlage umgeben war. Bümpliz gehörte damals zum hochburgundischen Königreich, das in seinem Umfang etwa dem Gebiet der heutigen Westschweiz entsprach. Urkundlich wird Bümpliz erstmals 1016 als Pimenymgis und 1235 als Bimpliz erwähnt.

Im 12. und 13. Jh. unterstand das Gebiet zwischen Aare und Sense dem Deutschen Reich und wurde von den Herzögen von Zähringen verwaltet. Im 13. Jh. gehörte das Schloss der Freiburger Schultheissenfamilie von Maggenberg. In der Folge kam es zu häufigen Besitzerwechseln, bis die einflussreiche Dynastie der Familie von Erlach ab 1481 für 300 Jahre das Schloss übernahm und es zu einem stattlichen Besitztum mit Türmen und Erker ausbaute. 1742 erbaute Daniel Tschiffeli das Neue Schloss. Dabei wurde Teile des Alten Schlosses für den Bau verwendet.

Das Neue Schloss erlebte eine wechselvolle Geschichte. Nach dem Untergang des Patriziats im Jahre 1798 verlor es seinen Status als Herrschaftshaus. 1839 wurde in den Räumlichkeiten eine Nervenheilanstalt eingerichtet. 1849 bis 1882 betrieben die Gebrüder Allemann ein Internat für Knaben, die sogenannte „Löffelschlyffi“. 1900 erwarb der Drucker Albert Benteli das Schloss samt Umschwung. 1979 kam es in den Besitz der Stadt Bern. Seither erfolgte in regelmässigen Abständen eine Renovation des Gebäudes wie auch der Parkanlage.

Das Alte Schloss wurde 1919 zum gemeinnützigen Gemeindehaus und diente als alkoholfreie Gaststätte, Bibliothek und Kindergarten. 1954 ging es in den Besitz der Stadt Bern über. Am 19. November 1976 zerstörte ein Brand einen grossen Teil des Gebäudes. Ein Wiederaufbau mit modernen baulichen Elementen förderte auch eine Überraschung an den Tag: Die Entdeckung und Rekonstruktion des barocken Erkers an der Nordseite des Baus sowie die teilweise Wiedererstellung des historischen Wassergrabens.